Unser Permakulturgarten

Was ist Permakultur?

Permakultur vereint die Erfahrungen traditioneller landwirtschaftlicher Systeme mit neuen Erkenntnissen aus verschiedenen Teilen der Welt. Als Gegenbewegung zur industrialisierten Landwirtschaft hat sie das Ziel, der Energie- und Bodenverschwendung Einhalt zu gebieten, ohne in die arbeitsaufwendige Gartenkultur vergangener Generationen zurück zu fallen. Während industrielle Monokultur auf stark spezialisierte Sorten setzt, die den Boden einseitig beanspruchen, anfällig und pflege-intensiv sind, nutzt Permakultur die natürliche Arbeitsteilung eines artenreichen Biotops. Die Herausforderung besteht darin, trotz Vielfalt effektiv pflanzen und ernten zu können. Die Wiederentdeckung und Kombination vergessener Ansätze und natürlicher Systeme mit neuen Ideen ist dabei von zentraler Bedeutung.

Stabile Mischkulturen und Symbiosen werden gezielt gefördert und natürliche Kreisläufe genutzt, um Platz- und Zeitaufwand, aber auch den Einsatz von Energie, Wasser und nicht erneuerbaren Rohstoffen zu minimieren. Diese Prinzipien eröffnen neue Perspektiven – auch über den landwirtschaftlichen Kontext hinaus: Sie lassen sich auch im Sinne der Gemeinwohlökonomie auf Bildung, auf soziale und wirtschaftliche Fragestellungen anwenden. Beispielsweise dort, wo der Dominanz monetären und kompetitiven Denkens soziale Werte, Kooperation und das Teilen von Wissen entgegengesetzt werden. (zur Erläuterung von Declan und Magrit Kennedy)


Permakultur Vision Birchhof

Im Projekt „Permakultur Vision Birchhof“ soll ein neue, nachhaltige Form der Landwirtschaft Realität werden: Garten- und Anbauflächen sollen zugleich Ertrag abwerfen und eine naturnahe und ästhetische Landschaft bilden. Statt klassischer Monokultur soll heimisches Wildgemüse- und Obst, als auch seltene Kultursorten angebaut werden, alte und neue landwirtschaftliche Konzepte kombiniert und vermittelt werden. Dazu brauchen wir Unterstützung. Was du dafür bekommst ist bestes Bio-Gemüse, eine Einführung in die Welt der Permakultur oder die Planung deines eigenen Permakultur-Gartens.

 

Luftbild


Auf einer 2,7 ha grossen Fläche des Hofes soll nach den Grundsätzen der Permakultur ein Waldgarten entstehen, der Produktionsfläche, Begegnungsort und Naturraum in einem ist. Auf Wunsch der Genossenschaft soll der bisher laufende biologisch-dynamische Ackerbau in die Permakulturfläche integriert werden.

 
Permakultur-Entwurfskonzept für die Vision Birchhof:

Für die Fläche der Vision Birchhof ist das Prinzip Waldgarten vielversprechend: Eine Kombination von Baumgilden und Ackerbau mit Mulchwiesen.

 

Projekt PK Vision Birchhof Webseite  

 

Als PDF zum Download: deutschfrançaisitalianoenglish

 
Regelschnitt Baumgilde:

Ein Waldgarten aus «Baumgilden» als ertragreiches und stabiles permakulturelles Hauptelement

Schnitt


Zum Waldgarten gehören drei Vegetationsschichten: Bäume, Sträucher und Wildkräuter. Im Gegensatz zum natürlichen Wald werden diese Schichten gezielt durch Nutzpflanzen ersetzt. In «Baumgilden», den Einzelelementen von Waldgärten, leben die Bäume in einer Pflanzensymbiose mit meist mehrjährigen Wild- und Kulturgemüse, Kräutern, Beerensträuchern und Wildgehölzen. Details

  

In einer Baumgilde finden sich Pflanzen mit verschiedenen Funktionen:

1. Nutzpflanzen, z.B. Obst, Nuss, Gemüse, Getreide, Holz, ...

2. Förderpflanzen, die den Luftstickstoff binden und für andere Pflanzen verfügbar machen (z.B. Leguminosen) Diese leben in Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobien), die den Luftstickstoff binden und somit den Boden auf natürliche Weise düngen.
 Als "Pionierpflanzen" bereiten sie den Boden für anspruchsvollere Pflanzen vor. Bekannte Vertreter sind Pflanzen aus der Familie der Hülsenfrüchte (Leguminosen), z.B. Lupinen, Bohnen, Erbsen, Linsen und Robinien. Andere Förderpflanzen fördern Mineralsalze aus tiefen Schichten nach oben (z.B. Beinwell). Einige Förderpflanzen werden zur Gründüngung eingesetzt. In der Permakultur sind Förderpflanzen elementarer Bestandteil verschiedener Mischpflanzungen.

3. Ablenkungspflanzen, die Schädlinge von Nutz- und Förderpflanzen fernhalten, in dem sie diese auf sich selbst locken oder auf Distanz halten, z.B. Gemüsezwiebeln halten Mäuse auf Abstand.

Durch diese unterschiedlichen Funktionen und gegenseitige Unterstützung der Pflanzen entwickelt sich eine grosse produktive Vielfalt.

Die Mitglieder von Vision Birchhof sind auf neue/alte, ungewöhnliche und doch wohlschmeckende Obst und Gemüsesorten gespannt. Durch den Aufbau der Permakulturfläche beginnt die Vision Birchhof schrittweise, die verschiedensten Arten und Sorten auszuprobieren. Als Unterstützung zum Experimentieren mit unentdeckten Obst und Gemüse werden den Mitgliedern Rezepte mit in die Abotaschen gelegt.

Mit Kursen und Öffentlichkeitsarbeit sollen Strukturen mit Lehr- und Vorbildfunktion für interessierte Landwirte und Gärtner geschaffen werden, die ihre Betriebe auf Permakultur umstellen wollen. Das Pionierprojekt soll auch zeigen, wie permakultureller Ackerbau in der Schweiz sowohl als landwirtschaftliche Anbaumethode als auch Begegnungs- und Bildungsort funktionieren kann.

 

Umsetzung & Kosten:

Durch den Aufbau der Permakulturfläche beginnt die Vision Birchhof schrittweise, die verschiedensten Pflanzenarten und -sorten auszuprobieren. Als Unterstützung zum Experimentieren mit unentdeckten Obst und Gemüse werden den Mitgliedern Rezepte mit in die Abotaschen gelegt.

Mit viel Eigenleistung und Workshops wollen wir den Waldgarten in Kooperation zwischen der «Vision Birchhof» und der Permakultur-Akademie «DownToEarth» in vier Etappen realisieren. So können wir Erfahrungen der vorherigen Schritte in den Aufbau der folgenden Etappe einfliessen lassen.

Die Konzeptplanung und Umsetzung der 1. Etappe 2015 belaufen sich auf einen Betrag von 56.000 CHF. Der grösste Teil daraus davon geschieht in Eigenleistung. Als Grundlage dieser Kosten dient u.a. eine Grobkostenschätzung welche wiederum auf einer Mengenermittlung basiert.

 

SchemataPK Vision Birchhof  

Etappen der Umsetzung